Städtereise Moskau – Meropole und größte Stadt Europas

The KremlinMoskau ist eine Stadt der starken Kontraste und gehört mit seinen ca. 12 Mio. Einwohnern unumstritten zu den ganz außergewöhnlichen Metropolen in Europa. Gerade in den letzten 10 Jahren haben gravierende bauliche Veränderungen das Gesicht Moskaus in Richtung Moderne umgekrempelt. Gleichzeitig wurde aber auch großen Wert gelegt auf die Erhaltung und Restaurierung, ja sogar wissenschaftliche Rekonstruktion des historischen Moskaus, gerade auch mit einem Fokus auf seine bedeutende Größe und den altehrwürdigen Glanz des einstigen Zarenreiches. Insgesamt ist das sehr gut gelungen, insbesondere auch in dem großen historischen Zentrum die Lebensqualität durch viele ausgedehnte Fußgängerzonen sowie auch durch riesige Erholungs- und Kulturparks auf ein sehr hohes Niveau zu bringen, das seinesgleichen sucht.

Wer Moskau zum ersten Mal besucht, womöglich noch ohne Sprachkenntnisse, wird sich erst einmal erschlagen fühlen von den Menschenmassen, das gilt ganz besonders für die berühmte Metro. Zugleich ist da diese faszinierende, glanzvolle Pracht, die das Auge in jeder Richtung magnetisch anzieht, sodass der Besucher gar nicht entscheiden kann, wohin er zuerst gehen soll. Daher sei an dieser Stelle die Empfehlung gegeben, erst einmal ganz ruhig durchzuatmen und eine gehörige Portion Geduld in den Rucksack einzupacken. Und so können wir diese Stadt entdecken, gleichsam wie eine geheimnisvolle Frau, die ihre interessantesten Facetten erst Stück für Stück preisgibt und so ganz sicher das Herz jedes Menschen erobert.

Moskau Sehenswürdigkeiten

Die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist in Moskau so enorm groß, dass wir uns zunächst einmal auf den ganz zentralen Bereich zwischen dem berühmten Bolschoi Theater und den Roten Platz mit dem Kreml beschränken wollen. Direkt am Roten Platz steht DAS Symbol Russlands überhaupt: die Basiliuskathedrale mit ihren 9 zwiebelartigen Türmen. Jahrzehnte lang konnte sie nur von außen bewundert werden, erst seit kurzem wurde sie nach umfangreichen und aufwendigen Restaurierungsarbeiten für Besucher geöffnet. Diese Kathedrale ist mit ihren einmaligen ornamentalen und floralen Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert eines der besten Beispiele für die russische Barockkunst. Allein der Ausblick von den Türmen auf den Kreml oder die Moskwa sind schon einen Besuch wert.

Wer einen Eindruck von der glamourösen Zarenwelt erhalten und die größten Schätze Russlands sehen möchte, sollte den Weg in die Rüstkammer des Kreml suchen. Dort sind eben nicht nur Waffen und Rüstungen zu bewundern, sondern alle möglichen Kostbarkeiten wie z. B. prachtvoll verzierte Throne, Kronen, prachtvolle Sammlungen von Zobelroben oder die mit Rubinen und Smaragden besetzte Monomach-Kappe.

Eintrittskarten sind z. B. im Informationszentrum am Kremlpark erhältlich, wobei man den Besuch auch gleich kombinieren kann mit einer Besichtigung der drei prachtvollen Kathedralen direkt auf dem Kremlterritorium. Außerdem ist die Besichtigung des Diamantenfonds mit seinen Juwelen-Meisterwerken sehr empfehlenswert, allerdings sind die Karten dafür direkt an der Kasse sehr schwer zu bekommen, am Besten informiert man sich im Hotel über Gruppenführungen.

Der erste “Kulturschock” lässt sich gut verdauen mit einer gemütlichen Schifffahrt auf dem Moskwa-Fluss, der durch Moskau mehrere weite Schleifen bildet und daher an so vielen Sehenswürdigkeiten vorbei führt. Die zweistündige Open-Bus-Fahrt bringt uns zu weiteren interessanten Objekten wie z. B. die Gebäudekomplexe der Moskauer Universität, deren (typische) Architektur auf die Stalinzeit zurückgeht.

Ein tieferes Verständnis für die Kultur und die Seele Russlands findet man in der Tretjakow-Galerie (altes Gebäude) mit der umfangreichen Sammlung von Werken russischer Künstler wie Repin, Surikov, Vrubel usw.. Dafür plant man aber am Besten einen ganzen Tag ein, denn die meisten der wunderbaren Gemälde hier, deren großartige Künstler im Westen eher unbekannt sind, erzählen sehr anschaulich und sehr viel über die russische Geschichte.

Das neuere Stadtbild von Moskau ist mitgeprägt durch den georgischen Künstler Surab Zereteli. Die mächtige Bronzestatue des Peter der Große am bzw. im Moskwa-Fluss neben der neuen Tretjakow-Galerie am Krimsky Wal oder die schöne Märchenwelt am Kremlpark, das sind nur wenige Beispiele der Arbeiten dieses genialen Künstlers der Moderne. Einen tieferen Eindruck von seiner großartigen Welt kriegt man in der “Galerie Surab Zereteli” am Uliza Pretschistenka nicht weit von der rekonstruierten Christi-Erlöser-Kathedrale. Der Saal “Meine Zeitgenossen” enthält ein breites Spektrum von Skulpturen berühmter Persönlichkeiten von Mutter Theresa bis Putin. Auf keinen Fall verpassen sollte der Moskaubesucher den großen Kuppelsaal aus Glas, wo in dieser Galerie viele Skulpturen der bedeutendsten Menschen der russischen Geschichte ausgestellt werden. Die originelle Gestaltung und Großzugigkeit in der Raumgestaltung erinnert ein wenig an das Theatre-Museu Dali in Figueres und ist zugleich auch eine Erholungs- und Ruheoase mitten in Moskau, wo man auch mal innehalten und mit Genuss eine Zeit lang verweilen sollte. Die Museen und Kunstgalerien sind in Moskau übrigens oft bis 20 Uhr geöffnet und auch nicht so überfüllt.

Etwas außerhalb des Zentrums lohnt sich der Besuch der großen Parkanlage “Kolomenskoje”. Dort befindet sich der akribische Nachbau des Holzpalastes des Alexej Romanov, dem Vater von Peter der Große. Dieser ganz einzigartige Palast wurde seinerzeit als das “achte Weltwunder” bezeichnet. Auf diesem überaus weitläufigen Parkgelände kann man sich hervorragend vom Großstadttrubel erholen und mehrere Kirchen bewundern, die im wahrsten Sinne des Wortes in “neuem weißen Glanz” erstrahlen. Man befindet sich dort oben auf einem Hügel mit einem wunderschönen Blick auf die Stadt und eine breite Moskwaschleife.

 Moskau Tipps

Die Moskauer Kulturlandschaft ist unerhört reichhaltig angefangen bei klassischen Konzerten über Theater- und Ballettaufführungen bis zu den Jazzklubs. Aber was man dem Moskaubesucher ganz besonders ans Herz legen kann, das ist das Musical “Graf Orloff” im Operetten Theater. Da geht es um Katharina die Große, ihre Liebhaber und Helfer bei ihrer Throneroberung, Graf Orloff und die selbst ernannte Thronfolgerin Elisabeth. Diese musikalisch sehr ansprechende Aufführung ist auch in russischer Sprache ein Genuss und braucht kaum eine Übersetzung. Allein die prachtvollen Kostüme aus jener Epoche sind kaum weniger wertvoll als ihre Originale aus der Zarenschatzkammer und geben den hochgradig professionellen Mitwirkenden eine unübertreffliche Attraktivität.

Das Theater befindet sich sehr zentral, nur einen “Katzensprung” vom Kreml und Roten Platz entfernt, und nach der Abendveranstaltung lohnt sich der Spaziergang durch die neu gestalteten Straßen mit ihren zahlreichen qualitativ hochwertigen Cafés und Restaurants in ihrem berauschenden Glanz der nächtlichen Beleuchtung. Wer hier nach russischen Spezialitäten Ausschau hält, dem wird die Café-Kette “Schokoladniza” auffallen, wo man zwar eine Karte in englischer Sprache bekommt, aber dennoch die typisch russischen “Blintschiki” probieren kann.

Last not least noch dieser Geheimtipp: Sehr populär in Russland sind die besonders schmackhaften georgischen Spezialitäten. Diese kriegt man z. B. in einem kleinen Café in der Bolschaya Grusinskaya Uliza (Große Georgische Strasse) direkt hinter dem Moskauer Zoo gleich neben einer privaten Werkstatt und Galerie von Zurab Zereteli, die ihrerseits ja auch einen Besuch wert ist. Die reichen Russen schicken ihre Haushaltshilfen in dieses Café, um die Köstlichkeiten dort abzuholen, aber der Besucher kann das unten im Keller-Café direkt probieren.

Für die Anreise nach Moskau braucht man ein Visum und einen Reisepass mit biometrischem Foto. Die bürokratischen Angelegenheiten lässt man aber am Besten durch ein Reisebüro erledigen. Die Registrierung in Moskau erfolgt dann durch das Hotel. Falls man in Russland mehrere Städte besuchen möchte, sollte man dies gleich beim Visumsantrag bekannt geben.

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