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Uruguay – die einstige „Schweiz Südamerikas“ hat auch schon dunkle Zeiten erleben müssen

Uruguay Das mit 176. 000 km² Gesamtfläche zweitkleinste Land des Subkontinents wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen seiner gut funktionierenden Zivilgesellschaft und prosperierenden Wirtschaft häufig die „Schweiz Südamerikas“ genannt.

Gastgeber und Gewinner der ersten Fußballweltmeisterschaft der Geschichte im Jahr 1930 stabilisierte sich Uruguays guter Ruf weiterhin politisch, ökonomisch als auch sportlich. 1950 gelang gar der Sieg über den großen und vermeintlich unschlagbaren Nachbarn Brasilien im Finale in dessen „heiligen“ heimischen Stadion Maracanã in Rio de Janeiro. Nach den dunklen Jahren der Militärdiktatur zwischen 1973 und 1985 wurde wieder an alte demokratische Zeiten angeknüpft. In den 1990er bestimmten erst Aufschwung, dann ab 2002 die Argentinienkrise das Geschehen, seit 2010 machte Uruguay vorrangig wegen seines charismatischen früheren Präsidenten und Ex-Guerillamitglieds José Mujica international einige Schlagzeilen. Auch die geplante Liberalisierung des Cannabiskonsums sorgte für Aufsehen, ebenso der von Umweltschützern verzweifelt bekämpfte Bau zweier Zellulose- und Papierfabriken am Río Uruguay.

Der Fremdenverkehr in Uruguay wird seit einigen Jahren vielfältig gefördert

Durch Regierungsprogramme seit 2009 wird der Tourismus im Land gefördert, so können sich ausländische Gäste die Mehrwertsteuer beim Kauf zahlreicher Produkte bis zu 85 Prozent rückerstatten lassen. Einen Boom erlebt seit einiger Zeit der Kreuzfahrtverkehr: Machten 2009/10 lediglich 179 Schiffe Station in der Hauptstadt Montevideo am Rio Plata, waren es in der Saison 2011/2012 bereits 225. Stark beworben wird auch der ohnehin schon sehr populäre uruguayische Karneval im Januar und Februar, außer in Montevideo wird das ausgelassene Fest in Artigas, Rivera und La Pedrera ausgesprochen intensiv gefeiert. Urlaub auf dem Bauernhof („Chacras“) im Landesinneren wird ebenfalls immer beliebter, zu den bestbesuchten Orten gehören aber noch immer die Badeorte an der 660 Kilometer langen Atlantikküste wie Punta del Este, Atlántida, Carmelo, Piriápolis, Britópolis, Playa Azul und Brisas del Plata. Eine speziell in der sommerlichen Hauptsaison von November bis März viel von einheimischen wie ausländischen Besuchern befahrene Fernstraße ist die 120 Kilometer lange „Ruta Interbalnearia“ parallel zur Küste des Río de la Plata durch die Departamentos Canelones und Maldonado als Verbindung der dortigen Badeorte.

Mit dem Mietwagen die vielen traumhaften Badeorte in Uruguay kennenlernen

Gut drei Dutzend Badeorte existieren alleine an der Westküste rund um Montevideo, Colonia und San José, an der Ostküste bei Canelones („Costa de Oro“), Maldonado und Rocha sind es sogar annähernd 100. Im Allgemeinen sind diejenigen mit größerer Entfernung von Montevideo meist etwas günstiger und weniger überlaufen. Eine gute Möglichkeit die ruhigere Ostküste zu entdecken, ist eine Fahrt entlang der Ruta 10 (Juan Díaz de Solís) zwischen Solís und Piriapolis. Diese verbindet traditionelle maritime Ferienziele wie Neptunia, Pinamar, Salinas, Bella Vista, Playa Verde, Las Flores, Playa Hermosa, Playa Grande, La Paloma, La Pedrera, Cabo Polonio und Aguas Dulces miteinander. Im Departemento Rocha liegt auch der empfehlenswerte Badeort Punta del Diablo, an dessen 10 Kilometer langen Stränden trifft sich eine bunte Mischung aus südamerikanischen und europäischen Urlaubern. Weitere schöne und teils geradezu menschenleere Ziele für den entspannten Badeurlaub im Nordosten sind Punta Rubia y Santa Isabel, das winzige Pueblo Nuevo, Oceanía del Polonio, das für Sandboarding bekannte Barra de Valizas, La Coronilla mit der vorgelagerten Inselgruppe und Barra del Chuy unmittelbar an der Grenze zu Brasilien.

 Heiße Quellen, kaltes Bier, zollfreier Einkauf und das UNESCO-Weltkulturerbe

Auch im Binnenland hat Uruguay einige interessante und teils überraschende Ziele zu bieten, einiges Renommee besitzen beispielsweise die Thermalbäder im Departemento Salto im Nordwesten des Landes an der Grenze zu Argentinien. Zu den schönsten und größten Anlagen mit dem meisten Publikumsverkehr gehören die Orte und Gemeinden Arapey, Daymán und Salto Grande, dort kann es aber speziell zur Osterzeit in der Karwoche sehr voll werden. Etwas weniger hektisch geht es hingegen an den heißen Quellen in Guaviyú, San Nicanor und Almirón im Departamento de Paysandú weiter südlich zu. Deutschen Urlaubern gefällt in der Region in der Regel die traditionsreiche „Semana de la Cerveza“ (Bierwoche) nach Art des bayerischen Oktoberfestes, die dort immer in der Woche vor Ostern stattfindet. Hauptattraktion im Departamento de Durazno im Zentrum Uruguays ist die Playa El Sauzal am Río Yí, im nördlichen Departamento de Rivera an der brasilianischen Grenze und in der gleichnamigen Hauptstadt findet man zahlreiche Geschäfte für den zollfreien Einkauf. Im Departamento de Lavalleja im Südosten ist Villa Serrana ein bedeutender touristischer Ort. Die Altstadt der ältesten Stadt Uruguays Colonia del Sacramento und Hauptstadt des Departamentos Colonia im Südwesten am Río de la Plata gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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