Mallorcas „Wilder Westen“ kann gut über die altehrwürdige Hafenstadt Sóller erwandert werden

Soller - Mallorcas „Wilder Westen“ kann gut über die altehrwürdige Hafenstadt Sóller erwandert werdenMallorcas größtenteils schroffe und steile Westküste, durch die bis zu 1445 Meter hohe (Puig Major) Gebirgskette Serra de Tramuntana vom Rest der Insel geografisch abgetrennt, ist bis heute von den Auswüchsen des Massentourismus weitestgehend verschont geblieben. Aufgrund ihrer größtenteils intakten und unverbauten Natur samt üppiger wie ursprünglicher Vegetation wurde die knapp 1.100 km² große Fläche der Kulturlandschaft der Serra de Tramuntana im Jahr 2011 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Eine Vielzahl von Gipfeln, Höhlen, Schluchten und Karstflächen machen die gleichnamige Comarca zu einem „Eldorado“ für Natur- und Wanderfreunde. Eine anspruchsvolle Strecke ist der ca. 150 Kilometer lange Fernwanderweg GR 221 (Gran Recorrido 221) zwischen Port d’Andratx und Pollença, der von geübten Aktivurlaubern gut in 9 bis 10 Etappen zurückgelegt werden kann. Eine der Stationen auf dem Weg ist das kleine Küstenstädtchen Sóller etwa 30 Kilometer nördlich von Palma mit seinen aktuell fast 14.000 Einwohnern. Zu der weit verstreuten Gemeinde gehören zusätzlich die Orte Alconàsser, Biniaraix, L’Horta und Port de Sóller.

Geografisch begünstigt und kulturell vielseitig beeinflusst gelang Sóller früh zu allgemein beachtetem Wohlstand

Im Hauptort Sóller selbst leben gut zwei Drittel aller Einwohner, die Mehrheit heute vom Tourismus, bis Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch vorrangig vom Anbau von Zitrusfrüchten sowie vom Seehandel über den ca. 3 Kilometer entfernten Hafen Port de Sóller. Dessen Lage in der „Badia de Sóller“ (Bucht von Sóller) als einziger natürlicher geschützter Hafen an der gesamten Nordwestküste sorgte schon in der Kupfersteinzeit vor 7000 Jahren für eine permanente Besiedlung der Gegend. In den darauf folgenden Epochen nutzten auch Phönizier, Griechen, Römern und Araber den Hafen als Stützpunkt und die umgebende Landschaft für den Ackerbau.

Besonders die Araber, welche die Insel ab 902 bis zur „Reconquista“ 1229 beherrschten, errichteten zahlreiche Bewässerungsanlagen um die großflächigen Obst- und Olivenhaine. Seinen heutigen Namen verdankt Sóller auch der arabischen Bezeichnung „Suliar“, was Linguisten zufolge einst „Tal des Goldes“ bedeutet haben soll. Dieser Reichtum lockte jedoch im 16. und 17. Jahrhundert auch viele Piraten und Korsaren in die Bucht. Als wichtigste Schlacht, deren Gedenken bis heute jedes Jahr Mitte Mai in Sóller mit dem „Fest es Firó“ gefeiert wird, gilt diejenige vom 11. Mai 1561, als eine vereinte Inselstreitmacht den Angriff muslimischer Freibeuter erfolgreich abwehrte.

Was einst dem Transport von Orangen und Zitronen nach Palma diente, ist heute ein Freizeitvergnügen

Die strategische Bedeutung Port de Sóllers als einer der wenigen zugänglichen Punkte an der ansonsten durch die Berge vom Binnenland abgeschnittenen Westküste blieb auch vom 17. bis zum 19. Jahrhundert erhalten, von hier aus gelangten die Agrarprodukte auf das spanische Festland und bis nach Frankreich. Erst der Bau der Eisenbahnlinie („Tren de Sóller“) in den Jahren 1905 bis 1912 sorgte schließlich für eine bessere Anbindung über den Landweg bis in die Inselhauptstadt Palma. Die scherzhaft „Orangenexpress“ genannte Linie kann bis heute mit historischen Eisenbahnwaggons befahren werden, ebenso die Museumsbahn der von Siemens erbauten Straßenbahnverbindung zwischen Sóller und Port de Sóller, auf der Haltewünsche noch herrlich altmodisch durch das Ziehen einer Leine samt Glockenschlag getätigt werden. Effektiver, einfacher, bequemer und schneller gelangt man heute von bzw. nach Palma jedoch über die gut ausgebaute und teils mautpflichtige Straße MA-11 fast parallel zur Bahnstrecke, welche auch bestens an das restliche Verkehrsnetz der Insel angebunden ist.

Erstaunlich elegante Wohn- und Geschäftshäuser vergangener Epochen prägen die malerische Kleinstadt Sóller

Außer als schön gelegene Bade- und Ferienorte sind Sóller und Port de Sóller samt ihrer Umgebung vor allem auch als architektonisch sehenswerte Ziele unter Urlaubern bekannt. Der ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte Wohlstand seiner Bewohner manifestiert sich etwa in den eleganten Fassaden, Portalen, Toreinfahrten und Innenhöfen („Patios“) aus Marès-Kalkstein der Stadthäuser mit ihren kunstvoll gearbeiteten Fensterstöcken und Schmiedeeisenarbeiten, wie man sie noch immer in der zentralen „Gran Via“, der Hauptstraße von Sóller, bewundern kann. Sóller gilt nach Palma auch als wichtigste Stätte des katalanischen „Modernisme“ auf Mallorca, typische Gebäude dieser mit dem Jugendstil verwandten Bauweise sind etwa die von dem Gaudíschüler Joan Rubió i Bellver im Jahr 1904 entworfene Fassaden der Pfarrkirche Sant Bartomeu und der benachbarten Bank sowie die Villa Ca’n Prunera in der Straße Carrer de Sa Luna. Städtebaulich gelungen und sehenswert zeigen sich auch die Plaça d’Espanya mit dem Kriegerdenkmal von 1940 für die Toten des Spanischen Bürgerkrieges und der in den Jahren 1911 bis 1912 errichtete Bahnhof, in dessen renovierten Innenräumen Werke von Joan Miró und Pablo Picasso ausgestellt sind.

Arbeit und Alltag, Blumen und Bäume, Kunst und Kleidung sowie Maritimes und Mineralien in und bei Sóller besichtigen

Den schönen Künsten widmet sich auch das im August 2009 in der Jugendstil-Villa und ehemaligen Textilfabrik Ca’n Prunera eröffnete „Museu modernista Ca’n Prunera“, welches von der Kulturstiftung der Eisenbahngesellschaft „Ferrocarril de Sóller“ unterhalten wird und sich schwerpunktmäßig an der Jugendstilmalerei des frühen 20. Jahrhunderts ausrichtet. Einblicke in das frühere Arbeits- und Alltagsleben der Region anhand von traditionellen Einrichtungsgegenständen, Instrumenten der Volksmusik, alter Kleidung, bäuerlichem Handwerkszeug und archäologischen Funden erhalten Gäste hingegen im ethnologischen Museum „Casal de Cultura“ in der Calle Sa Mar. Maritime Artefakte zu sehen bekommt man im „Museo de la Mar“ in Puerto de Sóller, dort werden auch regelmäßig klassische Konzerte aufgeführt. Bunte Blumen, Bäume und Heilpflanzen aus gut 400 verschiedenen Arten lassen sich im naturwissenschaftlichen Museum und botanischen Garten „Museo de Ciencias Naturales y Jardín Botánico“ am südlichen Ortsrand auf dem Gelände des ehemaligen Landguts „Camp d’en Prohom“ besichtigen. Der im Jahr 1992 eröffnete einzige botanische Garten Mallorcas beherbergt auch umfangreiche Fossilien-, Mineralien- und Insektensammlungen.

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