Die 10 schönsten Ausflugsziele in Deiá

Das mittlerweile überregional bekannte „Künstlerdorf Mallorcas“ liegt ziemlich genau in der Mitte der „wilden“ Westküste der Insel in der rauen Gebirgslandschaft rund um den 1064 Meter hohen Puig des Teix. Zahlreiche berühmte Maler, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler lebten bereits bzw. leben noch immer hier, der Ort mit seinen aktuell fast 800 Einwohnern war auch schon Drehort einiger Spielfilme. Seit den 1960er Jahren hat sich in Deiá zunehmend der Luxustourismus etabliert, über ein Drittel der ansässigen Bevölkerung sind inzwischen meist recht wohlhabende Ausländer. Doch auch für Normalverdiener hält die Region eine ganze Reihe sehenswerter Ausflugsziele parat.

 Die Bucht von Deiá

Die Bucht von Deiá (Cala de Deià) zwischen Son Beltran und dem Kap von Deià wurde auf einer Karte des Kardinals Despuig im Jahr 1785 das erste Mal als Fischereigrund und Badestelle urkundlich erwähnt. Hier ankerten traditionellerweise die Boote der lokalen Bevölkerung, auf den künstlich angelegten Terrassen in der Nähe wurden Wein, Obst, Gemüse und Getreide angebaut sowie Schafe und Ziegen gehalten. Heute gibt es hier 8 Anlegestellen und zwei Restaurants, in denen man gute Küche mit Blick auf das offene Meer genießen kann. Den idyllischen, aber lediglich knapp 100 Meter langen Sandstrand erreicht man am besten zu Fuß, denn an der Bucht gibt es kaum Parkmöglichkeiten.

Pfarrkirche Sant Joan Baptista von Deiá

Die lokale Pfarrkirche Sant Joan Baptista de Deià wurde 1497 das erste Mal urkundlich erwähnt, seit 1511 gab es ein Taufbecken. Nach 1584 erhielt die Kirche diverse Kultobjekte, 1752 zerstörte ein Brand große Teile des Gotteshauses, in der Folgezeit wurde es wieder aufgebaut und mit einem Glockenturm samt und einer Uhr verziert. Hinter der Kirche liegt der Gemeindefriedhof aus dem frühen 17. Jahrhundert.

 Das archäologische Museum samt Forschungszentrum in Deiá

Das kleine, aber feine Museum wurde im Jahr 1962 von dem amerikanischen Künstler und Wissenschaftler Dr. William H. Waldren in einer ehemaligen Windmühle eröffnet. Das Innere eines der ältesten Häuser der Gemeinde wurde nach den Höhlen in der Umgebung gestaltet, in denen die meisten der ausgestellten Artefakte gefunden wurden. Dazu zählen etwa Keramiken sowie Waffen und Werkzeuge aus der Bronzezeit, auch Überreste der ausgestorbenen Höhlenziege (Myotragus balearicus) können dort besichtigt werden. Das Haus ist dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr, zwischen Juni und September von 16.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

 Das Museum La Casa Museo Robert Graves in Deiá

Der britische Schriftsteller und Dichter Robert Graves lebte von 1929 bis zu seinem Tod 1985 in Deià, 2006 wurde in der 1932 von ihm eigenhändig errichteten Finca Ca N’Alluny (Das Haus in der Ferne) ein Museum mit Originalmanuskripten und persönlichen Gegenständen des Künstlers eröffnet. Eine nach Robert Graves benannte Stiftung betreibt das Haus mit der Teilnahme der Balearenregierung und der Stadt Deia, das gewissenhaft gepflegte Gebäude ist nur ca. 8 Minuten Fußweg von der Fußgängerzone in Deià entfernt. Neben der Bushaltestelle von s’Empeltada befindet sich ein Parkplatz für Pkw, das Haus selbst liegt inmitten eines üppigen Gartens mit Oliven-, Orangen-, Johannisbrot-, Mandel-, Mandarinen- und Zitronenbäumen.

Das Landgut Son Marroig bei Deià zwischen Sóller und Valldemossa

Der einstige Prinz von Toskana und Erzherzog von Österreich Ludwig Salvator (1847-1915) erwarb das bereits im 17. Jahrhundert unter dem Namen Foradada de los Masroig bestehende Herrenhaus im Jahr 1863 und investierte viel Geld in dessen Kauf sowie in den Aus- und Umbau. Seit 1928 ist dort ein Museum mit historischen Möbeln, Keramiken und mallorquinischen Gemälden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert untergebracht. Im Hauptsaal mit der Loggia kann man in mehreren Vitrinen einige der literarischen Werke des Erzherzogs besichtigen.

Der Aussichtspunkt Sa Foradada bei Son Marroig

Gut eine Stunde Fußmarsch vom Landgut Son Marroig entfernt, liegt die bizarre Felsformation Sa Foradada oberhalb einer halbmondförmigen Bucht samt einer kleinen Bar. Ursprünglich eine kleine Insel, wurde diese später unter dem Eindruck zahlreicher Piratenangriffe mit einem Befestigungssystem mit dem Festland verbunden. 1582 fand hier eine berühmte Schlacht zwischen einer Übermacht von 150 nordafrikanischen Korsaren und nur 50 christlichen Verteidigern statt, welche diese überraschend gewannen.

 Der Naturstrand Es Canyaret bei Llucalcari

Ca. anderthalb Stunden bzw. 7 Kilometer zu Fuß von Deiá entfernt liegt der traumhafte Naturstrand Es Canyaret in der Nähe von Llucalari. Wer gerne etwas anspruchsvoller wandert, ist auf der mittelschweren Strecke auf steinigen Pfaden und breiten Wegen sowie wenig Asphalt genau richtig. Von der Küstenlandschaft zwischen Deià und Llucalcari sollen sich zu ihren Lebzeiten sogar schon Joan Miró und Pablo Picasso kreativ inspiriert haben lassen.

 Die Pfarrkirche, der botanische Garten und die Museen von Sóller

Angrenzend an Deiá liegt die Gemeinde Sóller mit ihren aktuell knapp 14.000 Einwohnern, das „Tal des Goldes“ war schon bei den Mauren für seine üppigen Bodenschätze bekannt. Einen Ausflug lohnen die Pfarrkirche Sant Bartomeu von 1236, das ethnologische Museum Casal de Cultura, das naturwissenschaftliche Museum, das 2009 eröffnete Kunst-Museum Museu Ca’n Prunera und der botanische Garten mit seinen 400 heimischen Pflanzenarten, der 1992 eröffnet wurde.

 Die arabischen Gärten Jardins d’Alfàbia bei Bunyola

An der Hauptstraße nach Sóller ca. 3,5 Kilometer nördlich der 7000-Einwohnergemeinde Bunyola liegen die maurischen Gärten Jardins d’Alfàbia mit zahlreichen Bäumen, exotischen Gewächsen und blühenden Sträuchern. Das zugehörige Herrenhaus im maurisch-christlichen Stil stammt überwiegend aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Auf dem großzügigen Gelände im Privatbesitz können auch heimische Tiere in ihren Gehegen besichtigt werden, Die Grünanlage gilt heute als ein Musterbeispiel ausgeklügelter maurischer Gartenarchitektur und ist als „Jardíns Histórico Artísticos“ offizieller Teil des mallorquinischen Kulturerbes.

 Das ehemalige Kloster des Kartäuserordens in Valldemossa

1399 wurde das Kloster Cartuja de Jesús Nazareno auf Geheiß des Königs von Aragon, Martin I auf den Grundmauern eines Alcázars in Valldemossa gegründet, nach der Säkularisierung im Jahre 1835 wurden die neun Klosterzellen einzeln an Privatleute verkauft. Heute beherbergen diese zum Teil Museen, so findet man dort etwa eine Locke und die Totenmaske von Frédéric Chopin. Sehenswert sind auch die neoklassische Kirche, die zwischen 1751 und 1812 gebaut wurde, die alte Apotheke aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die 1579 gegründete Druckerei sowie die Bibliothek und der frühere Audienzsaal.

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